Gast
bei Monia und Mariam Jelassi
Das Redaktionsteam Aktion 18 Oktober
Der gewaltlose politische Gefangene „Ingenieur Abdulhamid Jelassi“ einer der ältesten politischen Gefangenen in Tunesien. Wurde im Jahre 1960 geboren, ist verheiratet und Vater von einem Mädchen namens Mariam. Er stammt aus einer armen bäuerlichen Familie aus der Region Menzel Tamim im Süden des Hauptstaates Tunis. „Ingenieur Abdulhamid Jelassi“ war für sein umfassendes Wissen und Können, für seine Toleranz, für sein einfaches Leben und für seine kommunikative Art und seinem sanften Charakter bekannt. 1991 wurde er verhaftet und in den dunklen Folterräumen der Kellergeschosse des Innenministeriums wurde er allen möglichen brutalen Foltermethoden ausgesetzt. 1992 wurde er von einem Militärgericht wegen der Mitgliedschaft bei der verbotenen Partei „Ennahda“ und seinen Aktivitäten bei der Studenten Gewerkschaft in einem unfairen Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Seitdem ist er mehrmals in den Hungerstreik getreten um seine Rechte zu verteidigen. Hierbei beschloss sich der Studentengewerkschaftler mit vier anderen politischen Gefangenen seit dem 5 November 2006 einen unbefristeten Hungerstreik durchzuführen. Sein Gesundheitszustand hat sich sehr verschlechtert und ist mit dem Tod bedroht.
Wir haben seine Frau Monia und seine Tochter Mariam
Jelassi getroffen und uns mit ihnen über den Schicksal der Familie unterhalten.
·
Monia, Ihr Mann ist seit dem 5 November mit vier andren politischen
Gefangenen im Mahdia- Gefängnis in den Hungerstreik getreten. Was ist bis
jetzt geschehen?
Ø Ich habe ihn am 11. November
im Mahdia- Gefängnis besucht, er war immer noch im Hungerstreik. Nach
einer Diskussion am den 13. November mit dem Direktor der Haftanstalt von
Mahdia wurde er nach Mesaadine- Gefängnis verlegt. Das hat mir die Frau
vom politischen Gefangenen Bouraoui Machlouf der mit ihm im Hungerstreik im
Mahdia war am Telefon erzählt.
·
Sie haben seit dem 11. November von Ihrem Mann überhaupt nichts
gehört. Glauben sie nicht dass er krank sein könnte?
Ø Stimmt, ich bin zweimal nach
Mesaadine- Gefängnis gefahren, es war am 18. und 25. November aber der
Besuch wurde mir von der Gefängnisbehörde verweigert. Solange habe
ich mein Mann nicht gesehen ich kann alles glauben, sogar dass er verstorben
sein könnte, da er seinen 6. Hungerstreik seit den letzten 3 Jahre
durchführt. Der längste hat 47 Tage und der kürzeste 10 Tage gedauert. Der
letzte Hungerstreik den er durchgeführt hat, hat deutliche spuren auf seinem
Körper hinterlassen, darum erwartet man alles auch den Tod.
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Sie haben sich mehrmals an Herren Zakaria Ben Mustafa der
Präsident des Hohen Komitees für Menschenrechte (vom tunesischen
Präsident gegründet) gewandt, ist etwas unternommen worden?
Ø Ich habe am 20. November mit dem Hohen
Komitee für Menschenrechte telefoniert, die Frau an der Telefonzentrale hat mir
befohlen einen Termin mit dem Sekretariat auszumachen, ohne Termin geht
überhaupt nichts, ich habe mehrmals versucht das Sekretariat zu erreichen aber
niemand hat sich gemeldet. Der Bruder von meinem Mann ist am 21. November
hingefahren aber er konnte nicht das Gebäude betreten, da an jenem Tag
kein externer Verkehr stattfinden durfte sagte ihm der Pförtner.
Ø
Ich habe das Rote Kreuz seit Beginn
des Hungerstreiks kontaktiert und über die Situation informiert, auch habe ich
mich am 20. und 27 November bei ihnen gemeldet und um Hilfe gebeten. Bis jetzt
hat sich keiner bei mir gemeldet, ich warte immer noch auf die Unterstützung.
·
Nach diesem Interview,
was erwarten Sie von dem nationalen und internationalen
Menschenrechtsorganisationen?
Ø
Monia Jelassi, nach 16 Jahren
gefüllt mit Leiden und Schmerzen, sicher habe ich und meine Tochter viel an die
Öffentlichkeit zu sagen, aber wir fassen unsere Erwartungen in einem Wort
zusammen: DIE FREIHEIT FÜR MEIN MANN.
v Mariam, als
ein 15. jähriges Mädchen die ihren Vater nie berührt hat, glaube ich,
habe das Recht mich mit meinem Vater ohne Gitter und ohne Präsens der
Gefängniswache zu unterhalten, habe auch Recht mit meinem Vater zu spielen
und in einer fröhlichen Familie zu leben. Nachdem Sie dies gelesen haben, appelliere
ich an Sie schnellstmöglich zu reagieren und alles was in ihren
Kräften steht durchzusetzen um meinen Vater aus diesem Grab zu retten.